Einleitung zur Arbeitnehmerhaftung

Einleitung zur Arbeitnehmerhaftung

Die Arbeitnehmerhaftung ist die arbeitsrechtliche Haftung des Arbeitnehmers gemäss OR 321e für den Schaden, den er durch unsorgfältige Arbeitsweise fahrlässig oder absichtlich dem Arbeitgeber zugefügt hat
(= Arbeitnehmerhaftung im engeren Sinne).

Der Arbeitgeber kann den Arbeitnehmer auch nach den Regeln der ausservertraglichen Haftung (OR 41 ff.) belangen (= Arbeitnehmerhaftung im weiteren Sinne).

Der Arbeitnehmer haftet für den durch unsorgfältige Arbeit zugefügten Schaden kumulativ:

  • nach der Sondervorschrift von OR 321e (auch Sondervorschrift im Verhältnis zu den Regeln über die vertragliche Haftung [OR 97 ff.])
  • nach den Regeln über die ausservertragliche Haftung [OR 41 ff.].

Die Arbeitnehmerhaftung richtet sich grundsätzlich nach den allgemeinen Haftungsgrundsätzen.
Eine Schadenersatzpflicht setzt voraus:

  • Schadensnachweis
  • Vertragsverletzung
  • Adäquater Kausalzusammenhang
  • Verschulden.

Bei der Haftungsbemessung und der Haftungsquote werden das Zusammenwirken von Arbeitgeber und Arbeitnehmer (Arbeitnehmerauswahl, -instruktion und -überwachung, aber auch Schwierigkeitsgrad der Arbeit, Zeitdruck uam) berücksichtigt; zu diesen Haftungsaspekten besteht eine ausgedehnte Gerichtspraxis. Die Arbeitnehmerhaftung wird von den Gerichten schwankend beurteilt.

Besondere und häufige Fälle der Arbeitnehmerhaftung sind

  • Mankohaftung (Kassenmanko, Inventurdifferenz)
  • Schäden am Geschäftswagen
  • Kalkulationsfehler.

Der Arbeitgeber kann gegen monatliche Bezahlung eines Mankogeldes das Manko auf den Arbeitnehmer überwälzen.